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  • AutorenbildLisa Aeschlimann

Ein Job – doch kein Geld für Kleider

Weil alles teurer wird, rutschen immer mehr Menschen in die Armut. Was es heisst, trotz Arbeit von der Sozialhilfe zu leben, weiss Amelia Ventura.



Foto: Philippe Rossier


Einkaufen bedeutet für Amelia Ventura vor allem eines: planen, vergleichen, und rechnen. Früchte kauft sie nur im Denner, Hygieneprodukte nur im Otto’s. Alles Weitere im Caritas-Markt. Zu Aldi oder Lidl geht sie nur bei Aktionen. Auf einer App vergleicht sie jeweils, wer welche Aktionen anbietet.


Amelia Ventura, 26 und Mutter zweier Töchter (6 und 7), ist eine von 745'000 Personen in der Schweiz, die am Existenzminimum leben und von Sozialhilfe abhängig sind. Nach Abzug von Miete und Krankenkassenprämien bleiben der Familie 1750 Franken monatlich zum Leben.


Ventura sitzt in der Stube ihrer 3,5-Zimmer-Wohnung in Zürich-Altstetten zwischen Fantasy-Büchern und K-Pop-Plakat. Fast alles ist geschenkt: der Fernseher von der Mutter, weil diese ihn zu gross fand, das Regal von der Sozialarbeiterin, das Bett vom Bruder, der Teppich von der Cousine.


Rechnen kann sie gut, das merkt man schnell. Sie weiss genau, welche Monate am schwierigsten sind: Januar, Juli und August. Dann sind Rechtsschutzversicherung und Nebenkosten fällig, im Juli das Halbtax und die Ausrüstung fürs neue Schuljahr, im Januar die Serafe-Gebühren. Kommen dann noch ungeplante Ausgaben hinzu wie beispielsweise eine Reparatur, weil die Tochter ein Loch in die Küchentür gemacht hat, reicht es nicht mehr.


Im Januar ging Ventura das Geld für Lebensmittel aus. Eine Person aus einer Facebook-Gruppe musste ihr mit Spenden aushelfen. Weiterlesen auf blick.ch



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